Heterochromie (blaue Augen)

Heterochromie beim Hund – Ursachen, Bedeutung und Abgrenzung zu Merle & Harlekin

Was ist Heterochromie?
Die Heterochromie beschreibt das Auftreten von zwei unterschiedlich gefärbten Augen. Bei Hunden äußert sich das oft in einem braunen und einem blauen Auge. Dieses Erscheinungsbild kann vollständig angeboren sein und hängt mit der Pigmentverteilung in der Iris zusammen.

Heterochromie kommt in vielen Hunderassen vor, auch wenn sie dort nur selten zu sehen ist – so wie beim Beagle.

 

Ist Heterochromie gesundheitlich bedenklich?

In den meisten Fällen ist Heterochromie vollständig harmlos. Entscheidend ist, dass:

  • die Augen klar sind,
  • keine Trübungen sichtbar sind,
  • der Hund keine Lichtempfindlichkeit zeigt,
  • keine Sehprobleme bestehen.

 

Ein unterschiedlich gefärbtes Auge hat keinen Einfluss auf das Sehvermögen und verändert den Alltag des Hundes nicht.

Bei unserem Beagle handelt es sich um eine normale, genetische Pigmentvariante, die sich meist bereits im Welpenalter zeigt und sich im ersten Lebensjahr stabilisiert.

 

Wie entsteht Heterochromie? – Eine verständliche Erklärung

Die Augenfarbe wird durch das Pigment Melanin bestimmt.

Dabei gilt:

  • Hoher Melaningehalt → dunkle, meist braune Augen
  • Geringerer Melaningehalt → helle, blaue oder graue Augen

 

Während der Entwicklung im Mutterleib kann die Melaninproduktion in einem Auge unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dadurch färbt sich ein Auge dunkler, das andere heller.

Diese ungleiche Pigmentverteilung ist kein Hinweis auf Krankheit, sondern lediglich eine natürliche Farbvariation.

 

Warum Beagles auch ohne Merle ein blaues Auge haben können

Viele Menschen verbinden ein blaues Auge bei Hunden automatisch mit dem Merle-Gen – das ist allerdings ein weit verbreitetes Missverständnis.

Beagles haben laut Rassestandard kein Merle-Gen.

Trotzdem kann ein Beagle:

  • ein blaues Auge
  • zwei blaue Augen haben.

 

Das liegt daran, dass Pigmentabweichungen auch unabhängig vom Merle-Gen auftreten können.

Beim Beagle geschieht dies selten, aber absolut möglich und genetisch unbedenklich.

Unsere Hunde tragen kein Merle und kein Harlekin – das blaue Auge entsteht ausschließlich durch eine natürliche Pigmentierung ohne Einfluss besonderer Farbmutationen.

 

Was ist Merle?

Das Merle-Gen sorgt für:

  • marmorierte Fellmuster,
  • unregelmäßige Aufhellungen,
  • und häufig blaue Augen oder Heterochromie.

 

Merle verändert die Pigmentverteilung im Fell und in der Iris stark und ist immer sichtbar, wenn es vorhanden ist.

Beispiele für typische Merle-Rassen:

  • Australian Shepherd
  • Shetland Sheepdog
  • Collie
  • Border Collie
  • Cardigan Welsh Corgi

 

Warum ist Merle beim Beagle ausgeschlossen?

  • Merle gehört nicht zum Rassestandard.
  • Es existieren keine genetisch korrekten, reinrassigen „Merle-Beagles“.
  • Seriöse Zuchtvereine schließen Merle bei Beagles grundsätzlich aus.

 

Unsere Hunde sind frei von Merle.

 

Was ist Harlekin?

Der Harlekin-Farb¬schlag ist eine spezielle Variante des Merle-Genes.

Er tritt fast ausschließlich bei Deutschen Doggen auf und ist durch:

  • starke weiße Flächen
  • kombiniert mit klar abgegrenzten schwarzen Platten

 

gekennzeichnet.

 

Wichtig:

Harlekin kann nur entstehen, wenn das Merle-Gen vorhanden ist.

Ohne Merle gibt es kein Harlekin.

Da unsere Hunde kein Merle tragen, ist Harlekin genetisch ausgeschlossen.

 

Anerkennung von Merle & Harlekin in Zuchtvereinen

Anerkannte Rassen

Einige Rassen dürfen laut den meisten internationalen Dachverbänden (z. B. FCI, AKC, KC) Merle oder Harlekin offiziell im Standard führen:

Mit Merle anerkannt:

  • Australian Shepherd
  • Border Collie
  • Shetland Sheepdog
  • Cardigan Welsh Corgi
  • Collie (Langhaar & Kurzhaar)

 

Mit Harlekin anerkannt:

  • Deutsche Dogge

 

Diese Farbvarianten sind dort nicht nur erlaubt, sondern oft sogar weit verbreitet.

 

Nicht anerkannte Rassen – inklusive Beagle

Viele Rassen, darunter der Beagle, haben keinerlei Merle- oder Harlekinvarianten im Standard.

Zuchtvereine erkennen diese Farbschläge hier nicht an, da sie:

  • genetisch nicht vorgesehen,
  • nicht traditionellen Rassemerkmalen entsprechend,
  • und züchterisch unerwünscht sind.

 

Ein Beagle mit Merle- oder Harlekinmustern wäre nicht standardgerecht und deutet meist auf eine nicht reinrassige Abstammung hin.

Unsere Hunde entsprechen vollständig dem offiziellen Beagle-Standard, da sie diese Gene nicht tragen.

 

Fazit

  • Heterochromie ist eine seltene, aber völlig harmlose Pigmentvariation.
  • Sie entsteht durch natürliche Unterschiede in der Melaninverteilung der Iris.
  • Ein blaues Auge beim Beagle hat nichts mit Merle oder Harlekin zu tun.
  • Beagles besitzen diese Gene nicht – und seriöse Zuchtverbände erkennen sie auch nicht an.
  • Unsere Hunde sind reinrassig, standardgerecht und gesundheitlich unbedenklich, auch wenn sie unterschiedliche Augenfarben haben.
  • Die Heterochromie macht sie optisch besonders und unterstreicht die natürliche Vielfalt innerhalb der Rasse.